Habe Langeweile - Die Geschichte um Autor Knut Hansen
Knut Hansen ist 62 Jahre alt und ein echter Seebär. Schon als kleiner Junge stand er mit strahlenden Augen am Hafen und beobachtete wie die Bäuche der großen Schiffe von Kaffee, Tee und fremden Gewürzen entladen wurden. Das Löschen und Laden der Kähne, aber auch die Herkunft des Inhalts war für Knut immer faszinierend. So störte es ihn auch nicht, wenn Vater Wilhelm ihn manchmal in die fernen Länder wünschte. Wenn der Wissensdrang des Kleinen mal wieder zu groß wurde, schrie Wilhelm: „Geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst!“
Eines Tages entschloss sich Knut tatsächlich dahin zu gehen, wo der Pfeffer wächst. Er wollte die Straße von Gibraltar durchqueren, bei Kap Horn vorbei segeln, Südafrika und Taka-Tuka-Land erkunden. Er beschloss auszureißen und sich auf einem der Kähne zu verstecken, um als blinder Passagier die Welt kennen zu lernen. Er dachte sich, wenn wir erstmal in Afrika sind, dann würde er sich dem Kapitän zu erkennen geben und man würde ihn schon aufnehmen. Am 7. Juli fasste Knut daher einen tollkühnen Plan. Statt der Mathematikhefte packte er an diesem sonnigen Tag ein paar Äpfel und seinen Bären „Jimmy“ ein und schlich sich auf das größte Schiff, das im Hamburger Hafen lag. Leider ist es Knut nicht gelungen bis nach Afrika zu kommen. Genau genommen kam er nicht mal aus dem Hafen, denn schon beim Besteigen der „Santa-Maria“ wurde er entdeckt nach hause gebracht.
Knut unternahm weitere vergebliche Versuche und irgendwann wurde es Vater Wilhelm zu bunt. An seinem zwölften Geburtstag bekam der Sprössling deshalb ein Geschenk, das sein Leben veränderte: „Knut“, sagte Vater Wilhelm „Das ist Kapitän Morgen und bei dem gehst du ab sofort in Lehre, Freitag geht es los!“. Knut war überglücklich und machte mit vollem Erfolg die Ausbildung zum Bootsmann, anschließend wurde er Navigator und letztendlich selber Kapitän. Er sah die ganze Welt, Glück, Leid und ec´hte Piraten - bis zu seinem 60. Geburtstag, da kam die Pension und vorerst das Aus.
Das Aus? Nicht für Knut Hansen. In seinen Briefen hatte sein Enkel Horst ihm doch von so vielen schönen Sachen an Land vorgeschwärmt, Museen, Ausstellungen, Sport… Knut beschloss nun diese Sachen zu erkunden, um damit die Langeweile erst gar nicht aufkommt. Was Knut erlebt und was er so empfiehlt, schreibt er hier in seinem Tagebuch.

